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Datenschutz und Google Analytics – Update

Hier ein Update zum Thema  „Der Einsatz von Google Analytics verstößt gegen deutsches Recht„:

Bereits im November 2010 habe ich über die Problematik berichtet, mittlerweile wurde das Thema in diversen weiteren Artikel behandelt. Die deutschen  Datenschützer (Insbesondere der sog.  Düsseldorfer Kreis und die Datenschützter aus Hamburg) stellen nach wie vor fest, dass Google Analytics gegen deutsches Recht verstößt.  Daran hat sich auch im Februar 2011 nicht geändert.

Der aktuell Stand der Diskussionen:

  • Der Datenschutzbeauftragte von Hamburg bekanntgegeben, dass die aktuelle Version von GA nach wie vor nicht den datenschutzrechtlichen Anforderungen genügt (siehe Kritikpunkte).
  • Von Google eingeleitete Maßnahmen, wie die Browser-Erweiterung oder die teilweise Verschlüsselung der IP. schaffen hier keine Abhilfe.
  • Google und die Datenschutzbeauftragten von Hamburg haben sich darauf geeinigt, dass zunächst keine Maßnahmen gegen die Nutzer von Google Analytics (Webseitenbetreiber) ergriffen werden.
  • Der Landesbeauftragte für Datenschutz in Rheinland-Pfalz hat bekannt gegeben, dass die Unternehmen aus Rheinland-Pfalz, die Google Analytics einsetzen,  nun schriftlich dazu aufgefordert werden, die Nutzung in Zukunft zu unterlassen. Bei einer weiteren Benutzung wird bereits vorab mit der Festsetzung eines Bußgeldes gedroht.
  • Klärende Gespräche zwischen Google und den Datenschützern werden fortgeführt.
  • Man kann davon ausgehen, dass der Streit zwischen Google und den Datenschutzbehörden auch in naher Zukunft nicht beigelegt werden. Hier scheinen die Fronten verhärtet und erst eine höchstrichterliche Rechtsprechung wird hier Klarheit schaffen.

Was muss man tun:

  • In jedem Fall muss man in seiner Datenschutzerklärung auf die Verwendung von Google Analytics hinweisen. Andernfalls kann man bereits heute abgemahnt werden.

Was kann man tun:

  • Den Analytics Code um den Parameter _gat.anonymizeIp() ergänzen.  Damit wird das letzte Ocet der User-IP gelöscht.
  • Das kostenfreie Tool OptMeOut bietet dem Besucher die Möglichkeit, das Tracking durch Google Analytics zu deaktivieren. Damit beseitigt man einen zentralen Kritikpunkt (Trennungsgebot) der Datenschützer.
  • Die Funktionalität des Tool wurde von den Datenschützern jedoch noch nicht bewertet.
  • In einem Blogbeitrag beschreibt Markus Vollmert noch weiter Maßnahmen.

Mögliche Alternativen zu Google Analytics:

Auf mögliche Alternativen werde ich in einem folgenden Artikel eingehen.

Fazit:

  • Eine endgültige Entscheidung  zum Einsatz von GA wird es in naher Zukunft nicht geben.
  • Nutzer von GA müssen keine Strafe / Schadensersatz zahlen.
  • Nach Aufforderung muss GA von der Webseite entfernt werden (In einzelnen Bundesländern).
  • Um dem Datenschutz zu entsprechen muss man bereits auf die Verwendung von GA hinweisen.
  • Mit weiteren Maßnahmen kann man den Nutzern ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit geben.
  1. Rita
    8. Februar 2011, 20:20 | #1

    Schoener Post, ich komme jetzt oefter

  2. 12. Februar 2011, 22:27 | #2

    Habe bis jetzt gezögert die IP-Anonymisierung einzusetzen. Werde es jetzt aber einsetzen.
    Danke für den Post und bleibe weiterhin am Thema dran!

  3. 1. März 2011, 12:27 | #3

    Die Problematik ist ja schon seit langem bekannt, das Google da für den DE Markt noch keien einfache Lösung geschaffen hat, ist für mich unerklärlich. Piwik ist da derzeit einfach besser und datenschutzrechtlich brauchbarer, allerdings muss man da das Plugin auch erst einmal aktivieren, dieses ist aber relativ leicht gemacht und gut dokumentiert. Es wurden ja schon schlimmeres befürchtet, dass wieder eine Abmahnwelle über die ganzen Webseiten hereinbricht, aber ich denke das hat sich erst einmal erledigt – und den ganzen Abmahnkanzlein hat man da ein Riegel vorgeschoben.